Die Bedeutung von Mantras: „Om Mani Padme Hum“
„Om Mani Padme Hum“ ist eines der bekanntesten Mantras der Welt. Es stammt aus dem tibetischen Buddhismus und wird dort als Ausdruck von Weisheit und Mitgefühl verstanden.
Was ist ein Mantra?
Ein Mantra ist eine Silbe, ein Wort oder eine Phrase, die wiederholt rezitiert wird, um den Geist zu sammeln. Es dient als Anker für die Meditation: Wenn Gedanken abschweifen, kehrst du zum Mantra zurück.
„Om Mani Padme Hum“: das Mantra des Mitgefühls
Dieses Mantra stammt aus dem tibetischen Buddhismus und wird oft als das „Mantra des Mitgefühls“ bezeichnet. Es ist eng mit dem Bodhisattva Avalokiteshvara (Chenrezig im Tibetischen) verbunden, der das Mitgefühl aller Buddhas verkörpert.
Die Bedeutung der sechs Silben
Das Mantra besteht aus sechs Silben. Eine verbreitete Deutung ordnet jeder Silbe eine eigene Bedeutung zu:
- Om
- Die heilige Silbe, die in der indischen Tradition für den Klang des Universums steht.
- Sie steht für die Reinheit von Körper, Sprache und Geist.
- Ma
- Steht für die Loslösung von Eifersucht.
- Sie erinnert daran, Mitgefühl für andere zu entwickeln.
- Ni
- Steht für die Befreiung von Begierde und Anhaftung.
- Sie erinnert daran, dass Glück nicht im Haben liegt.
- Pad
- Steht für die Überwindung von Unwissenheit.
- Sie steht für Weisheit und Klarheit.
- Me
- Steht für die Loslösung von Habgier.
- Sie steht für Großzügigkeit und Zufriedenheit.
- Hum
- Die letzte Silbe steht für die Einheit aller Tugenden.
- Sie steht für das Ziel der Erleuchtung und den Weg zur Befreiung.
„Om Mani Padme Hum“ wird meist mit „Das Juwel im Lotus“ übersetzt. Gedeutet wird das als Weisheit des Geistes, die sich im Mitgefühl entfaltet.
Was das Mantra in der Tradition bedeutet
- Mitgefühl entwickeln:
Das Mantra lädt ein, das Leiden anderer wahrzunehmen und Mitgefühl zu entwickeln. - Reinigung:
Im tibetischen Buddhismus gilt, dass jedes Rezitieren negatives Karma reinigt. - Einheit von Weisheit und Mitgefühl:
Das Juwel (Mani) steht für Mitgefühl, der Lotus (Padme) für Weisheit. Beides zusammen gilt als Weg zur Erleuchtung. - Om:
„Om“ gilt als Klang der Einheit, die restlichen Silben als Hinweise auf den Weg zur Erleuchtung.
Die Praxis
1. Wie rezitiert man das Mantra?
- Wähle einen ruhigen Ort, an dem du ungestört bist.
- Schließ die Augen, atme ein paarmal ruhig und richte deine Aufmerksamkeit auf den Klang des Mantras.
- Wiederhole das Mantra langsam, entweder laut, flüsternd oder innerlich.
2. Verwendung in der Meditation
- Nutze das Mantra als Fokuspunkt, zu dem du zurückkehrst, wenn die Gedanken wandern.
- Wenn es dir entspricht, kannst du dir bei jeder Silbe ihre Bedeutung vorstellen.
3. Eine Mala zum Zählen
- Eine Gebetskette (Mala) mit 108 Perlen hilft, die Rezitationen zu zählen, ohne mitrechnen zu müssen.
Im Alltag
Das Mantra lässt sich auch außerhalb der Meditation nutzen:
- Am Morgen: Beginne deinen Tag mit ein paar Wiederholungen.
- In unruhigen Momenten: Wiederhole das Mantra, um in den Moment zurückzukehren.
- Vor dem Schlafengehen: Rezitiere das Mantra, um den Tag abzuschließen.
Zum Schluss
„Om Mani Padme Hum“ ist mehr als eine Folge von Klängen. In seiner Tradition trägt es eine ganze Lehre von Mitgefühl und Weisheit. Für die Praxis braucht es wenig: sechs Silben, Zeit und Wiederholung.
Zum Zählen ohne Kette: die Scroll Mala, 108 Perlen auf dem Bildschirm.
Zuerst erschienen auf turtle-coaching.de.